Das Tier als Freund des Menschen

Never say Never
 

Meine kleine Never Say Never ist Pfingstsonntag über die Regenbogenbrücke gegangen. Sie hatte die Satinkrankheit und weil sie ein ganz besonderes Schweinchen war, möchte ich ihr diese Zeilen aus ihrem doch so kurzen Leben widmen.
Aus meinem US-Teddy Wurf, grauagouti x creme-weiß, fielen am 20.10.2005, zwei Glatthaarböckchen in silberagouti, oder wie man die Farbe auch nennen möchte. Sie hatten große schwarze Augen mit schönen weißen Ringen herum - waren natürlich von richtigen Silberagoutis weit entfernt, aber für mich waren sie wunderschön.

Als sie gestorben waren, war ich sehr traurig, und auch bei den Züchtern fand ich nicht annähernd solche Meerschweinchen.

So blieb es beim Erzählen und Schwärmen, bis eines Tages meine Freundin Miriam, mir ihren neuesten Wurf per Mail präsentierte. Ich fiel fast vom Glauben ab und traute meinen Augen nicht: Da waren zwei Satinglatthaarmädchen, eines silberagouti und eines in Gold! Vorher hatte ich meiner Freundin noch erzählt, wie toll doch Silberagoutis in Satin aussehen müssten. Natürlich bettelte ich ihr die Glanzstückchen nicht ab, was ich im geheimen aber gerne gemacht hätte. Und dann zu meiner riesig großen Freude, hatten Thomas und Miriam beschlossen, dass beide Schweinchen bei mir einziehen durften - obwohl ja Thomas von den Babys total fasziniert war, denn er war bei der Geburt dabei und hatte dem kleinen silberagouti Mädchen auch den Namen „Never Say Never“ gegeben.
Dann kam endlich der große Moment und Nuri und Never Say Never sind ins große Haus eingezogen. Sie waren so aufgeschlossen und neugierig, dass ich am Abend schon Miriam Fotos vom ersten Spaziergang im großen Freigehege senden konnte.

Die beiden Meeris guckten sich alles von den Großen ab und gingen zum Schlafen auch wieder ganz brav ins Haus. Nur hatte ich damals noch beide Häuser durch ein kleines Zäunchen getrennt, da ich Angst hatte, die beiden Kastraten könnten sich bekriegen. (Was für ein Quatsch, inzwischen wohnen 7 Kastraten in den Häusern). Aber Nuri und Never Say Never konnten das nicht verstehen, das da drüben noch andere nette Meerschweinchen waren und sie durften nicht rüber.
So haben die beiden wirklich mehrmals versucht, da rüber zu klettern und Miriam riet mir, doch den Zaun einfach abzureißen. Das tat ich dann auch und meine Angst, wegen den Kastraten war völlig umsonst. Sie waren nachher die besten Freunde und zogen zusammen ins große Haus und teilten sich beide eine kleine Hütte (Weiber- und stressfreie Zone *schmunzel*).
Nuri und Never Say Never haben gleich den Baumstamm und die Häuschen inspiziert und in Beschlag genommen.

Alle Meeris waren happy und aufgeregt und bis jetzt ist es so harmonisch geblieben. Die Schweinchen haben selbst entschieden, in welchen der zwei Häuser sie wohnen möchten. Den Winter 2010 brachte ich dann sämtliche Meeris in den festen, doch viel wärmeren Stall. Zuvor hatte mein Mann und ich den Stall umgebaut und ein großes Bodengehege geschaffen, was sehr gut isoliert ist. Da hatte ich noch soviel Platz, um auf einen Stuhl meine ganze Schweinebande beobachten zu können. Leider bemerkte ich dort, dass Never Say Never, die Satinkrankheit in sich trug.
Ich machte mich im Internet schlau und besorgte mir Spenglersan kolloid, ein Rheumamittel, das ich ab diesen Zeitpunkt ihr täglich hinter den Ohren einmassierte. Mein sehnlichster Wunsch war, dass sie den Frühling in „ihrem“ Freigehege noch erleben darf. Ihr Zustand verschlimmerte sich nicht und der Frühling rückte näher. Dann kam der große Moment und alle Schweinchen zogen wieder in die beiden Häuser mit Freigehege.
Was für eine Freude! Ich saß stundenlang auf der Bank und habe dem Gewusel zugesehen. Und das schönste für mich war, das auch Never Say Never ganz einfach rausspaziert ist und das Freigehege in Beschlag genommen hat.

Sie kam immer raus, jeden Tag und Miriam, Thomas und ich, freuten uns riesig. Bis ca 10. Juni, da saß sie viel und hat gewartet, bis man ihr das Futter vorgesetzt hat. Ab diesen Zeitpunkt ging es ganz schnell. 
Das Tierchen nahm ab und ging auch nicht mehr nach draußen. Bis zum vorletzten Tag hatte es noch etwas gefressen, und dann am Samstag passierte etwas Seltsames: Ich fand Never Say Never plötzlich mitten im Freigehege, da, wo ich immer die Leckereien hingelegt hatte. Sie saß einfach nur so da, hat so lieb gekuckt und sie sah so friedlich aus und saß die ganze Zeit draußen.
Zum Abend schaute ich im Haus nach, ob sie rein gegangen ist, aber da war sie nicht. Sie saß im Freigehege unter einem Versteck und mir wurde klar, dass es der Abschied für immer ist.
Als ich sie Pfingstsonntag zu Grabe trug, fingen die Glocken an zu läuten und da wusste ich, dass sie gut über die Regenbogenbrücke auf die immer grüne Wiese, bei den anderen Meerschweinchen, angekommen ist.



Veröffentlicht am 03.02.12, geschrieben von Angela Brockstedt, Webseite: Tierische Mitbewohner


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