Das Tier als Freund des Menschen

Kanarienvogel und Co
 

Die Liebe zur Haltung von Vögeln verdanke ich eigentlich einen Zufall. Ich hatte mir vor Jahren meinen Arm gebrochen, die Kinder waren noch klein. Meine Mutter kam einige Wochen zu uns, um mir ein wenig im Haushalt zu helfen. Ich war froh darüber, denn durch den Unfall und die daraus resultierende Verletzung war ich doch sehr gehandicapt.

Die Anreise ging wie geplant vonstatten. Unsere Oma, die vor nicht allzu langer Zeit erst in späteren Jahren ihren Führerschein erfolgreich geschafft hatte, kam mit Sack und Pack in ihrem Kleinwagen voller Stolz angefahren.

Mit im Gepäck hatte sie „Hansie“, einen Kanarienvogel mit braunem Gefieder samt Käfig, Futter und allem, was der kleine muntere Freund eben brauchte.

Wir hatten damals nicht sehr viel Platz in unserer Wohnung. So bezog Hansie sein Quartier im Kinderzimmer meines Sohnes vor der Balkontüre.

Dort trällerte er stundenlang. Beinahe den ganzen Tag tat er nichts anderes und schien sehr aufgeweckt.
Wir waren begeistert von dem kleinen, quirligen Kerl und schlossen ihn gleich in unser Herz. Meiner Mutter schien das ganz recht zu sein. Sie fragte mehrmals, ob wir Hansie nicht behalten wollten, sie möge ihn nicht mehr. Wenn sie dann heim ginge, ließe sie ihn gerne da.

So kam es, dass unsere Oma nach einen Stück wieder abreiste und Hansie wirklich da blieb. Wir waren ganz vernarrt in das Vögelchen und zu unseren Stallhasen im Freien hatte sich ein weiteres Haustier gesellt – Hansie im Zimmer meines Sohnes.

Er zwitscherte und jubilierte zwar Tag für Tag – aber uns drängte sich der Verdacht auf, dass er doch recht einsam da in seinem Käfig sein müsste. So zogen wir los, um ihn einen Gefährten zu suchen – und den bekam er auch.

„Lilli“ war eine hübsche Kanarienvogeldame mit hell gelbfarbigen Gefieder. Schnell lebte sie sich in ihrem neuen Heim ein war und kam auch gut mit ihrem „Zimmer-Genossen“ Hansie zurecht. Eigentlich sehr gut sogar, und es dauerte nicht lange, da konnten wir ein seltsames Gebaren an unseren „Kanarien-Herrn“ beobachten:
Er scharwenzelte um Lilli und schmachtete sie regelrecht an. Seine Gesänge wurden nicht weniger, im Gegenteil. Und dann begannen beide Tiere, kleine Fäden und Fasern mit den Schnäbeln aufzusammeln, damit umherzufliegen und sie in einer Ecke des Käfigs zu horten.

Wir hatten uns in der Zwischenzeit natürlich informiert und wussten, dass die Zeit des Nestbaus gekommen war. Wir hängten Lilli ein kleines Körbchen im Käfig auf und stellten Nistmaterial bereit.
Flugs war da ein Nest von beiden hergerichtet, das bald darauf von Lilli bezogen wurde. Sie verließ es beinahe wochenlang nicht und wurde von Hansie in dieser Zeit behutsam umsorgt und gefüttert.

…Dann war der große Augenblick gekommen! Wir hatten im Vorfeld bereits fest gestellt, dass die drei Eier im Nest befruchtet waren und warteten auf den Moment, an dem die Kleinen endlich schlüpfen würden.

Nach Tagen taten Sie uns den Gefallen. Zwei Jungvögel waren es geworden. Der Fötus im 3. Ei hatte sich im Vorfeld nicht richtig entwickelt und war gestorben.
„Regenbogen“ und „Krümel“ wurden die beiden genannt, und sie sahen ihren Vater sehr ähnlich, als sie ihr Federkleid bekamen. Doch Lilli hatte ebenfalls einige Farbkleckse ihres Gefieders vererbt. Die Vögel waren beide Hähne und standen im Gesang ihrem Vaters in nichts nach.

Nach mehreren Monaten zogen unsere „Heimtiere“ in ein  größeres Voilere um, das wir in einem Zimmer im Dachboden aufgestellt hatten. Und wir bekamen noch mehr tierischen Vogel-Zuwachs: Wellensittiche, einen Nymphensittich und sogar zwei Zwergwachteln.
Sie alle lebten mehrere Jahre einträchtig neben- und miteinander. An Regenbogen's und Krümel's Gesang erfreuten wir uns noch lange Zeit, selbst als Hansie und Lilli nicht mehr unter uns weilten.


Veröffentlicht am 24.12.12, geschrieben von Ursula Neubig, Webseite: LINKCAT - Gratis-Webverzeichnis


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