Das Tier als Freund des Menschen

Geliebter Kater Micky
 

In der Firma, wo mein Mann und ich arbeiten, lebte einst eine bunte Katze ( Glückskatze ), praktisch unsere Betriebskatze. Sie wurde auch immer regelmäßig gefüttert, hatte aber nie so richtig ihre Scheu verloren. Für ihre Jungen hatte sie sich immer die unmöglichsten Verstecke ausgesucht. Meistens hat man sie erst gefunden, wenn die Jungen schon größer waren.

Zum Glück konnten auch die meisten Kätzchen unter den Betriebsangehörigen vermittelt werden.

So auch eines Nachts ( ich hatte Nachtschicht ), als ich meinen Micky aus einer Ritze eines unterirdischen Kabelgrabens raus luken sah. Es mussten ca. vier Junge gewesen sein. Sie waren sehr klein, schmutzig und hatten allen Anschein großen Hunger. Der Frechste war eben dieser kleine Rote, man konnte die Farbe etwas erahnen.
Leider hatte ich meine Arbeitstullen schon aufgegessen, konnte aber bei einer Kollegin noch eine halbe Fischbüchse ergattern. Meinen Arbeitskollegen sagte ich dann, dass ich die rote Katze gerne mitnehmen würde, “ aber erst mal kriegen “!
So platzierten wir die Fischbüchse vor den Kabelgraben. Da wir auch noch zum Arbeiten da waren, konnten wir ja nicht die ganze Zeit auf die Lauer liegen. Einige Zeit später, ich weiß nicht, wie er es gemacht hat, stand plötzlich mein Kollege mit dem kleinen dreckig-rotem fauchenden Fellbündel da. Und gebissen wurde er auch noch.

Schnellstens holte ich den zuvor durchlöcherten Karton und wir setzten den kleinen Kerl dort hinein. Dabei hatte ich festgestellt, dass ich nun Besitzer eines Katers war. So oft ich konnte, habe ich den Karton leicht geöffnet, redete auf ihn ein und kraulte das Katzenbaby vorsichtig.
Dann endlich,  zuhause, war Schlafen natürlich überhaupt nicht angesagt. Zuerst wurde alles eingerichtet und mit dem Anfreunden ging es auch sehr flott. Hauptsache, ich hatte immer was zu futtern da. Er hatte gefressen, als ob er dachte, Morgen geht es wieder zurück.

Ja und am Montag, als ich zur Spätschicht fuhr, hat man mir noch einen schwarz-weißen Kater in die Hand gedrückt. Dieser hatte sich vor Hunger in einem Büroraum verirrt. Die anderen Jungen, hatte die Katze inzwischen weggeschleppt. Also bin ich schnell nach Hause gefahren und habe ihn zu seinen Bruder gesetzt, der übers Wochenende unheimlich gewachsen war. So bin ich zu meinen Micky und drei Tage später zu meinen Snoopy gekommen.

Das war schon toll, als sie dann die große weite Welt erforscht haben ( unseren Garten ), hatten sie vorher doch noch nie den Himmel gesehen. Und wo sie sich das erste Mal mit einer riesigen Bestie ( unser Hund Ronny ) angelegt und gewonnen hatten. Hinterher waren die drei die besten Freunde. Die Kater durften sogar aus Ronnys Napf fressen. Wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, war immer erst Schmusen angesagt, ein Kater links und einer rechts.Trotz dass beide kastriert waren, hatte Snoopy den Hang, auch mal auf die Strasse zu gehen, um sich nach Mädels umzuschauen. Das war leider sein Verhängnis gewesen. Er war erst drei Jahre, als er überfahren wurde. Ich hatte gerade Urlaub. Der war natürlich gelaufen, die Trauer war zu groß.

Es hört sich jetzt sicher hart an, aber letztendlich finde ich Freiganghaltung doch artgerechter. Man muss eine Katze draußen erlebt haben, wie sie die Bäume hochspringt, sich im Gras rollt und ganz gespannt auf der Lauer liegt.

Seltsamerweise, als Snoopy nicht mehr war, hat Micky alle Eigenarten von ihm angenommen - er war dann Snoopy und Micky zugleich. Nun ist mein Katerchen schon fast 17 Jahre und hat seine Hundekumpels Bero und Frodo. Ja und wenn Micky mal von seinen nächtlichen Spaziergang genug hat und morgens so vier Uhr rein möchte, hat er ja seine Kumpels, die mich dann sanft anstupsen. Natürlich pariert Frauchen sofort und lässt das Samtpfötchen rein, gibt ihn was zu fressen und rückt ein Stück beiseite, damit er sich im Bett so richtig breit machen kann.


Veröffentlicht am 01.02.12, geschrieben von Angela Brockstedt, Webseite: Tierische Mitbewohner


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